Paul Gräb

N/A - 18. Februar 2019

Veröffentlicht: 23.02.2019 -
Badische Zeitung

<p>Mit großer Trauer und in unendlicher Dankbarkeit nehmen wir Abschied von unserem<br />Gründer, Förderer und Ehrenvorsitzenden</p><p>Pfarrer Paul Gräb<br />* 17. Mai 1921 † 16. Februar 2019<br />Die Seelsorge und die Förderung von Menschen mit Behinderung im Einklang mit<br />dem Einsatz für die moderne Kunst im kirchlichen Raum waren die vornehmsten<br />Anliegen von Pfarrer Paul Gräb.<br />Die Bewohner und die Mitarbeiter des Hauses der Diakonie trauern sehr um ihren<br />Freund Paul Gräb und werden seine menschliche Ausstrahlung, seine Hilfe und Güte<br />in dankbarer Erinnerung behalten.<br />Die Fortführung und Weiterentwicklung der Arbeit im Hause der Diakonie im Sinne<br />von Pfarrer Paul Gräb ist uns größte Verpflichtung.<br />Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner lieben Frau Hanna Gräb und seiner ganzen Familie.<br />Diakonieverein Wehr-Öflingen</p><p>Hanna und Paul Gräb-Stiftung</p><p>Dr. Rainer Kaskel</p><p>Ulrich Delhey</p><p>Haus der Diakonie</p><p>Verein Kunst + Diakonie</p><p>Ulla Krug</p><p>Dr. Erich Hipp</p>

Mit großer Trauer und in unendlicher Dankbarkeit nehmen wir Abschied von unserem
Gründer, Förderer und Ehrenvorsitzenden

Pfarrer Paul Gräb
* 17. Mai 1921 † 16. Februar 2019
Die Seelsorge und die Förderung von Menschen mit Behinderung im Einklang mit
dem Einsatz für die moderne Kunst im kirchlichen Raum waren die vornehmsten
Anliegen von Pfarrer Paul Gräb.
Die Bewohner und die Mitarbeiter des Hauses der Diakonie trauern sehr um ihren
Freund Paul Gräb und werden seine menschliche Ausstrahlung, seine Hilfe und Güte
in dankbarer Erinnerung behalten.
Die Fortführung und Weiterentwicklung der Arbeit im Hause der Diakonie im Sinne
von Pfarrer Paul Gräb ist uns größte Verpflichtung.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner lieben Frau Hanna Gräb und seiner ganzen Familie.
Diakonieverein Wehr-Öflingen

Hanna und Paul Gräb-Stiftung

Dr. Rainer Kaskel

Ulrich Delhey

Haus der Diakonie

Verein Kunst + Diakonie

Ulla Krug

Dr. Erich Hipp

Strand
<p>Nachruf<br />Die Stadt Wehr nimmt in tiefer Trauer und großer Dankbarkeit Abschied von ihrem</p><p>Ehrenbürger</p><p>Pfarrer Paul Gräb</p><p>Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse<br />Träger der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg<br />der am 18. Februar im Alter von 97 Jahren verstorben ist.<br />Paul Gräb kam Ende der 50er Jahren als erster evangelischer Pfarrer nach Öflingen. Um ihn wurde damals die neue<br />evangelische Kirche in Öflingen gebaut. Schnell gewann er die Herzen der Menschen im Ort – und um eine Orgel für sein<br />neues Kirchlein zu finanzieren, hatte er eine geniale Idee: Unter dem Titel „Kunst in die Kirche“ gelang es ihm, führende<br />zeitgenössische Künstler nach Öflingen zu holen, die ihre Werke im Rahmen von Kirchenbazaren ausstellten. Erstmals nach<br />dem Kriege wurde in der Bundesrepublik in einem Kirchenraum zeitgenössische Kunst gezeigt und verkauft. Die Aktion war<br />so erfolgreich, dass die Orgel innerhalb kurzer Zeit finanziert werden konnte.<br />Aufgrund dieses Erfolges organisierte Pfarrer Paul Gräb ab den 60er Jahren weitere Kunstausstellungen und das Interesse<br />an Kunst in seiner Gemeinde und der gesamten Region nahm zu, weil er es verstand, die Menschen zu begeistern. Als neues<br />Projekt hatte er sich den Bau eines Diakonie-Zentrums für Menschen mit geistiger Behinderung in Öflingen vorgenommen.<br />Mit dieser Idee gelang es Paul Gräb, einen von Jahr zu Jahr wachsenden internationalen Künstlerkreis zu gewinnen und<br />regelmäßig große Kunstausstellungen in Öflingen und später in Wehr zu organisieren, die bundesweite Beachtung fanden.<br />Es kam zu jenem Dialog zwischen „Kunst und Kirche“, der die kleine Öflinger Kirchengemeinde so bekannt machte und<br />viele evangelische Gemeinden und Künstler in ganz Deutschland ließen sich vom „Öflinger Modell“ inspirieren.<br />Mit diesen Ausstellungen erreichte Paul Gräb auch das Ziel der Einrichtung eines Diakonie-Zentrums in Öflingen. Er gründete<br />den Diakonieverein, der die Finanzierung und den Bau des Hauses der Diakonie organisierte und bis heute Träger der<br />Einrichtung ist. 1985 wurde das Haus eingeweiht und mit ihm begann eine neue Phase des „Öflinger Modells“: Von nun an<br />fanden die Kunstausstellungen auch im Haus der Diakonie statt. Die Begegnung der geistig Behinderten mit der Kunst war<br />so inspirierend, dass eine Öflinger „Malerkolonie“ entstand und Künstler bis heute regelmäßig Workshops für die Bewohner<br />des Hauses durchführen. So lebten Paul Gräb und seine Helfer bereits die Inklusion von behinderten Menschen in unserer<br />Gesellschaft lange bevor dieser Begriff überhaupt erfunden worden war.<br />Neben seinen großen Verdiensten um den Dialog von Kunst und Kirche sowie um die Integration von behinderten Menschen<br />in unsere Gesellschaft war Paul Gräb auch ein begnadeter Prediger und ein im wahrsten Sinne des Wortes „geistreicher“<br />Seelsorger. Es gelang ihm, andere Menschen für den christlichen Glauben und für seine Anliegen zu gewinnen: So gibt<br />Anne-Sophie Mutter regelmäßig Benefizkonzerte zum Wohle des Hauses der Diakonie und Lothar Späth gründete seinen<br />Preis für Künstler mit geistiger Behinderung und die „Lothar Späth-Förderpreis-Stiftung“. Zur Wahrung seines Werkes schuf<br />Paul Gräb gemeinsam mit seiner Frau und anderen Helfern die „Hanna und Paul Gräb-Stiftung“.<br />Für sein reiches Lebenswerk wurde Pfarrer Paul Gräb vielfach ausgezeichnet, so unter anderem mit der Verdienstmedaille<br />des Landes Baden-Württemberg und dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1. Klasse. Die Stadt Wehr verlieh ihm im<br />Jahr 2001 die Ehrenbürgerwürde.<br />Wir verlieren mit Paul Gräb eine hochgeachtete und begnadete Persönlichkeit, der wir viel verdanken und vor der wir uns<br />mit größtem Respekt verneigen. Die Stadt Wehr wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren. Unser tiefes Mitgefühl<br />gilt seiner Frau Hanna und seiner Familie.<br />Für die Stadt Wehr<br />Michael Thater<br />Bürgermeister</p>

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